Simon Rühle
- auf einem baum ein ku-ukuk sass-
Eröffnung Donnerstag 1.Juni 19:00 Uhr
Mein freund,
irgendwie fällt es schwierig, über etwas, aus dem blickwinkel der
kunst ernsthaft zu schreiben,
was gar nicht innerhalb diesem ernsthaft gemeint
ist. denn so etwickelt sich mein bild von deiner
arbeit immermehr. du machst
ja kein statement für eine gewisse kunst zb den einbau von
naturstücken
(wie bei arte povera
( ->lies mal : http://www.kunsthalle.nuernberg.de/ausstellung/1997/artepovera/artepovera.htm)
)
als verankerung .... vielmehr benutzt du ja all diese sachen, um wo ganz
anders hinzukommen!
dir geht es ja nicht darum irgendwelche woauchimmer bestehenden
grenzen der kunst zu sprengne,
oder ideen aufzugreifen, sondern du möchtest
ja vielmehr deine auffälligkeiten und (alltags” poesien
und materialverliebtheiten
umsetzen also schon, du machst ein statement für eine kunst, die sehr
aus dem leben kommt. anklänge an vorherdagewesenes passieren dabei, du
willst es aber sooo
nicht gelesen haben, sondern so, wie es von dir aus aufgeladen
ist. das macht es so schwierig
darüber zu reden, da man nicht sagen kann,
dies steht dafür, weil es in der kunst blabla eben dafür
steht, sondern
man kann immernur auf erster ebene feststellen - aha, da gib es anzeichen dafür,
daß es darum geht ... aber, darum gehts gar nicht! oder, wie du jetzt
sicher sagen würdest.
darum gehts halt auch!
ich bin mir da nicht so sicher, mir scheint es mehr so, als ob du diese großen
kunstthemen reinpackst,
um eine schlacht zu inszenieren, also, du nimmst diese
naturmaterialien, willst aber eine kunst
der herrlichkeit, benutzt dann auch
noch ironie, aber formale strenge... all das mischt sich und man
weiß garnichtmehr,
was soll das denn alles. weil die ganze sache gefakt ist.
es geht nämlich
gar nicht darum! dafür brauchst du warscheinlich auch dein ironiemoment;
um zu zeigen, es geht überhaupt nicht um diesen kunstbrei, sondern es
geht um poesie.
und diese poesie erscheint wie ein blümchen auf dem harnisch
einer der krieger, die für
die schlacht ins feld gezogen sind.
Dein Marcello
Mein geschätzter freund,
du hast damit recht, dass meine kunst nicht aus der Kunst heraus zu erklären
ist ich halte jedoch
kunsterlebnisse bei guter kunst hoch ( wie bei van gogh
oder velasques und liebe es auch über
konzepte mir gedanken zu machen
wie bei dem lightningfield von walter de maria oder wie du weißt
meinhero gordan mata clark, natürlich schätze ich auch kippie aber
seine ironie will ich bei meinen
arbeiten nicht. Meine arbeiten zielen auf ein spannungsfeld und das versuche
ich zu rahmen in eine
form zu bringen in der es atmen kann. So ist bei der arbeit „sometimes
happy sometimes sad“ der
goldene lufballon mit wasser schwer und wird von einer schnur über eine
umlenkrolle gen decke
gezogen. An der anderen ende der schnur isteine pflanze die ein
halbes jahr blüht und wenn man
sie pflegt, dann blüht sie auch wieder
im nächsten jahr. Die arbeit ist fast nichts und doch ist sie sehr
viel.
Ein goldener luftballon der nach oben gezugen wird und zumboden bedeutet doch
was und eine
pflanze die bei pflege ein haldes jahr blüht tut das doch
auch? Der luftballontropfenund die pflanze sind
mit einer packerschnur verbunden auch das bedeutet doch was! Und nicht nur
für mich sondern
auch für
dich. Aber dies zu benennen das will ich nicht, weil es ihm das mehr nehmen
würde was
die arbeit ausmacht. Ich sehe das wie ein haiku währe
es noch weniger so währe es nichts und somit
langweilig, würde
es mehr erklären so wäre es unerträglicher pathos. Ich hoffe
das es das klarer
macht was ich vorhabe. ch möchte als seiltänzer zwischen den abgünden
der extremen positionen
und glaubensbekenntnissenbalancieren und hoffe dabei mich von den
schillernden klaren positionen
nicht verleiten zu lassen.
Dein azur